Beiträge von Hilda von Bleichenberg

    Beschluss Nr. 3, betreffend die Verfasstheit des Staatswesens der vorläufigen Conföderierten Colonien von Bellinghaus:

    In Übereinstimmung mit dem Kollektiven Reichseinheitsvertrag vom 12. Dezember 2010 Artikel 4 stellt der Congress fest, dass sich die vorläufigen Conföderierten Colonien von Bellinghaus als rechtmäßiger Teil der Krone von Bellinghaus und damit als Herz und Konstitution derselben begreifen. Mit besagtem Vertrag wurde die Krone von Bellinghaus auf Seine kayserliche Majestät Constantin, Remischer Kayser, etc., übertragen. Die Krone wurde zu diesem Zeitpunkt aber auch von Ihrer Majestät, Feodora, Königin von Bellinghaus, gehalten. Der Congress stellt fürderhin fest, dass die Krone von Bellinghaus durch die Ko-Könige Constantin und Feodora getragen wird. In Ermangelung weiterer Körperschaften der Krone und da beide Ko-Könige zurzeit keine Amtsgeschäfte wahrnehmen können, bestellt der Congress hiermit einen Administrator für die Krone an der Ko-Könige statt.

    Zum Administrator der Krone wird Freifrau Hilda von Bleichenberg einstimmig berufen.

    Nachdem die Delegierten eingetroffen sind und erste, intensive Gespräche geführt wurden, erreicht mit der formalen Sezessionserklärung aus Saint Rémy die Sezession ihren vorläufigen Höhepunkt. Der Delegierte aus Toussaints traf im Laufe des heutigen Tages ein. Einstimmig wird am Abend der Beschluss Nr. 1 öffentlich verkündet:

    Die hier im Congress versammelten Gemeinschaften und Körperschaften bilden die vorläufigen Conföderierten Colonien von Bellinghaus. Gouverneur Richard Bleichenberg ist abgesetzt. Die Zuständigkeit des Reichs-Colonialamtes ist verwirkt. Die weiteren Rechte des Kaiserreichs Dreibürgen als Suzerän sind gewahrt. Über die weitere Staatsverfassung bestimmt der Colonial-Congress in Fort Carlyle. Zum Präsidenten des Congresses ist Monique Kirchner, Montflorence, bestellt.

    Aus dem Carlyler Kurier vom 23.10.2025:

    "Auch Tortuga hat sich der gerechten Sache angeschlossen. Damit haben drei Kolonien Richard von Bleichenberg in den Wind geschlagen."

    In Fort Carlyle herrscht geschäftiges Treiben, aber völlige Ordnung und Ruhe. Übergeordnete Kolonialverwaltungen gehen weiterhin ihrer Arbeit nach. Man merkt überhaupt nichts von veränderten Zuständen. Die Stadtverwaltung steht im regen Austausch mit anderen Gemeinden der Nördlichen Inseln. Man plant die Berufung eines allgemeinen Colonialcongresses hier zu Fort Carlyle schon in aller naher Zukunft und hat die anderen Gemeinden aufgefordert Delegierte zu entsenden.

    In Fort Carlyle werden an den Kirchen die Glocken geläutet, wenn sich eine weitere Stadt der Sezession anschließt. Am 16. Oktober 2025 folgt mit Henryville die zweite Stadt auf der Insel Saint Leonards. Und auch von anderen Inseln hört man von Einberufungen von Versammlungen.

    Bisher scheint alles ganz geordnet abzulaufen. Die komplette Verwaltung hat binnen kürzester Zeit die Fahnen gewechselt. Die öffentliche Ordnung scheint sogar besser zu sein als vorher. Trotzdem schwebt über Allem nun die bange Frage: Wie geht es weiter? Werden sich die einzelnen Entitäten organisieren und wie wird Richard sich verhalten? Aus Port Royale hört man bisher nur Schweigen.

    Lange, hitzige Debatten wurden geführt. Gegner der Sezession führten an, dass Fort Carlyle für ein Irrenhaus zu groß und für eine eigene Kolonie zu klein sei. Doch die öffentlichen Proteste für einen Sezession nahmen immer mehr zu. Auf einen großen Platz wurden Puppen von Gouverneur Richard verbrannt oder symbolisch gehenkt. Die Stadtverordneten erklärten schließlich, dass sie für ihre Selbstbestimmung kämpfen und die Machtanhäufung in Port Royale als gegen sich gerichtet empfinden.

    Am 14. Oktober machte Fort Carlyle also den Anfang. Die Stadtverordneten erklärten einstimmig, dass die Bande, die die Stadt und die Insel bisher an die Kolonie der Nördlichen Inseln gebunden hat, als gelöst ansehen.

    Eine jubelnde Menge zog daraufhin durch die Straßen der Stadt und am Hafen wurde ein Schiff von Richards Privatflotte geentert, das gerade Limetten einlud. Selbstverständlich wurden die Limetten über Bord geworfen.

    Aus dem Carlyler Kurier, Sonderausgabe vom 14. Oktober 2025 abends:

    "Die Limetten sind über Bord geworfen! Die Revolution von 2025 hat begonnen!"

    Mit den Oberen der Stadtverwaltung und regionalen Colonialregierung hat sich Hilda eingehend besprochen. In Port Royale feiert Richard weiter Austerngelage und hier fehlt an Allem. Richards skurrile Darbietung, die kürzlich in Port Royal aufgeführt wurde und Unsummen verschlungen hat, hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. In Fort Carlyle wird für morgen, 07.10.2025, eine allgemeine Versammlung der Bürger berufen, um über den Austritt aus der Colonie der Nördlichen Inseln zu befinden.

    Am Donnerstag morgen öffnen die Empfänger der Briefe die gesiegelten Briefe und nehmen die entsprechenden Anweisungen auf. Schritt 1 der Anweisungen beinhaltet die Ausrufung eines Streiks der Hafen- und Flughafenmitarbeiter. Besonders der Streik der Hafenarbeiter wird die öffentliche Versorgung der Inseln sehr schnell in Probleme bringen. Kurz nach 10 Uhr beginnt die Streikwelle im Containerhafen von Alexandrinshafen und dehnt sich später auch auf die Seehäfen in Fort Carlyle und Port Royal aus. Der Seeverkehr ist damit lahmgelegt. Ab 11:30 sollen auch die internationalen Flughäfen in Port Royal und Montflorence bestreikt werden, womit der Reiseverkehr stillgelegt wird.

    Im Rahmen des allgemeinen Aufruhrs durch die Bedrohungen durch angebliche Hexen und Piraten, die von Richard geschürt wurde, hat die Colonialverwaltung auch die kurzfristige Erhöhung des Arbeitssolls der Colonialbediensteten verkündet. Der Verschwörerkreis um Hilda von Bleichenberg hat auf diesen Moment nur gewartet. Ihr Zirkel hat inzwischen große Teil der Gesellschaft und Politik infiltrieren können. Richard war blind, anscheinend vor Geistesschwäche oder vielleicht Cäsarenwahn? Jedenfalls wurden heute versiegelte Umschläge an ausgewählte Persönlichkeiten ausgegeben, mit der Maßgabe, dass diese morgen früh um 5 Uhr zu öffnen seien und die darin enthaltenen Anweisungen auszuführen.

    Erneut gab es ein Treffen einiger Interessierten...

    ...Ziel unseres Vorhabens muss sein Richard von Innen heraus zu schwächen. Zunächst muss die Einrichtung eines Legislativorgans wie in anderen Kolonien durchgesetzt werden. Ein Colonialkongress, wenn Sie so wollen. Das Wahlrecht muss so aussehen, dass unsere Getreuen die Mehrheit erringen. Auf diesem Wege können wir den Konflikt auf eine legitime Grundlage stellen. Reichstal kann ein gewähltes Organ nicht organisieren...

    Führte die entfernte Verwandte und Erzfeindin Richards (eine der Vielen!) aus.

    Eine offene Revolution mit Unabhängigkeitserklärung wird Dreibürgen wohl schnell mit Kanonenbooten beantworten. Es muss subtiler sein. Man könnte Richard unter dem Deckmantel der Justiz wegen Hochverrats an einer Kolonie anklagen und verurteilen. Den Dreibürgen bieten wir an die Militärstützpunkt Baquastel erstmal zu behalten, bis man sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeignet hätte. Ich sehe das als einzige Möglichkeit.

    Immer wieder treffen sich größere und kleinere Gruppen. Die Überwachungstätigkeiten der Kolonialbehörden sind über die Jahre immer mehr in Lethargie, Gleichgültigkeit und gar Sympathie umgeschlagen. Auch Richards Schwäche für die große Friederike Fresse ist ja allseits bekannt.

    Genug damit, genug! Richard hat aus unserer Republik einen Witz gemacht! Schaut euch doch nur um: Überall Verfall und Resignation! Nichts wird gemacht, alle betrinken sich nur noch mit Rum und bezahlen mit Postwertzeichen, weil kein Bargeld mehr ankommt.

    Ein wahres Wort! Aber hoffen wir doch, dass Friedas Lieblingskaiser nichts passiert. Wir wollen ihn doch nach unserem Sieg einem Zoo ausstellen.

    Naja und was mein Untergrunddarsein anbelangt, du weißt ja: Den Fressismus in seinem Lauf, halten weder Friedrich-Alex noch Bebel auf!