LANGONNET | CHÂTEAU Langonnet - Stammsitz derer von Kermarrec

  • Château Langonnet

    (nor. Kastel Langoned, ber. Schloss Langonnet)

    Das Schloss Langonnet befindet sich in Langonnet einer norandischen Gemeinde in der Domaine Ĥâote-Noraundie südlich von Crémant-Ferrand.

    Heute wird das Schloss vom 12. Herzog von Kermarrec, General a.D. Briegou Kermarrec bewohnt.

  • Schloß Langonnet hatte unbekümmerte, prunkvolle aber auch schwierige und turbulente Augenblicke der Geschichte miterlebt. Die vergangenen Jahre gehörte dabei eher zu letzteren Kategorien: eine repressive, ökologisch-matriarchal geprägte Ideologie, mit der man sich dieser Tage konfrontiert sah, war jedoch zugegebenermaßen noch nie darunter gewesen. Ein Novum, in der langen Geschichte der Region und des Schlosses. Dies mochte jedoch nur vordergründig darüber hinwegtäuschen, dass es auch für die derer von Kermarrec zunehmend unruhiger, wenn nicht gar gefährlicher wurde. Vielleicht war bis in die jüngsten Tage hinein nur dem Umstand geschuldet, dass die Kermarrecs eine der einflussreichsten und bedeutendsten Familien in Noranda und dessen Geschichte sind, und nur deshalb die Obrigkeit noch keine Hand an sie gelegt hatte.

    Briegou Kermarrec verspürte von den Einschränkungen und Repressalien persönlich nicht all zu viel. Ihm entging jedoch in keiner Weise wie angespannt ja gar angsterfüllt die Stimmung außerhalb der Mauern des Châteaus war. Doch genau dieser Schutz der Mauern begann so langsam zu bröckeln. Als General – wenn auch außer Dienst ­­- hatte sich an seinem bestimmenden, teils knappen Tonfall seither rein gar nichts geändert. Geändert hatte sich dagegen die Reaktion darauf. Die Angestellten des Châteaus zucken in jüngster Zeit zusammen, wenn er knapp aber bestimmt formuliert zum Beispiel nach einem Kaffee verlangte.

    Auch die Militärs, zu denen er noch immer einen engen Kontakt pflegte, verhielten sich zunehmend zugeknöpft – immer auf der Hut, ja nichts „Falsches“ zu sagen oder gar Kritik am Regime zu äußern. Zu viele hatten schon erlebt wie andere in der unmittelbaren Umgebung einfach nicht mehr zu Dienst erschienen und einfach „verschwanden“. Der engste Kreis an Vertrauten – es mochte vielleicht eine gute Hand voll sein - war zwar ebenfalls auf der Hut, aber unter Ihresgleichen – dazu hatte man bereits zu viel gemeinsam erlebt und durchgestanden – diskutierte man weiter offen über die aktuelle Lage.

  • Ende Oktober war es zusehends kühl geworden. Das Prasseln des Feuers und die verströmende Wärme erzeugten eine wohltuende Atmosphäre. Der Schein des Feuers tanzte im ansonsten nahezu dunklen Kaminzimmer bedächtig umher. Briegou Kermarrec blickte auf das mit feinstem Brandwein gefüllte Glas und verlor sich für einen Augenblick in dessen bernsteinfarbenem Schimmer. Sie spielten wie jeden Freitag am Ende eines Monats Tarock.

    Kein Wort entging Briegou Kermarrec von den Berichten und Erzählungen die sein Ohr an diesem Abend erreichten.

  • Ein livrierter Angestellter betrat das Kaminzimmer. Mit stoischen Gesichtsausdruck und einer Hand hinter dem Rücken näherte sich diesem ein silberne Tablett vor sich her tragend der kartenspielenden Runde. Einer kurz ins Ohr geflüsterte Entschuldigung an Briegou Kermarrec folgte eine kurze Erklärung des Umstandes des Eindringens. Wohlwollend nickte Kermarrec diese ab und nahm den Brief vom Tablett und öffnete diesen. Seine Augen geleiteten über die wohl nur wenigen Zeilen ehe Kermarrec den Brief zugeklappt in seinen Schoß sinken ließ.

    "Meine Herren...", wandte sich Briegou Kermarrec in einem befehlsmäßigen Ton an die Anwesenden, deren Aufmerksamkeit er nun hatte. "Präsidentin Émonde scheint nicht mehr in der Verfassung zu sein, die Amtsgeschäfte zu führen.", fasste Kermarrec den Inhalt des Schreibens etwas freier interpretiert zusammen. Entgeisterte Gesichter starrten ihn an. "Instruieren Sie die Ihnen untergebenen Führungsebenen und Truppenteile alle regimetreuen Truppenteile festzusetzen und die allgemeine Ordnung wieder herzustellen.". Verdutzte Augenpaare blickten in an. "Das ist ein Befehl.", stellte Kermarrec nüchtern aber unmissverständlich fest. Seine Worte sickerten langsam in das Verständnis der Anwesenden, die versuchten, das soeben Geschehene die Situation zu erfassen.

    "Oui, mon général!", salutierten schließlich alle unisono und verließen eilenden Schrittes den Raum.

    Langsam erhob sich auch Kermarrec und Schritt zum Kamin. Kurz hielt er innen. Der Feuerschein erhellte sein Gesicht und gab ein schmales Lächeln preis, welches seine Lippen umspielten. Den Brief ließ Kermarrec in das Feuer des Kamins gleiten. Der Brief entfaltete sich ehe das Papier im nächsten Augenblick auch schon Feuer fing. "Émonde unschädlich. bon chance."


  • Trifft sich nach den Weihnachtsfeiertagen wiederholt mit einigen engen Beratern, um die nächsten Schritte in der Wiederherstellung der republikanischen Ordnung in Noranda zu besprechen.

  • In den Gesprächen kommt schließlich der Vorschlag auf, eine zivile nationale Regierung zu berufen und dieser die Erarbeitung des Weges zu einem Repräsentationsorgan für das Volk zu übertragen, um die Mission des Komitees voranzutreiben und dennoch die Zügel in der Hand zu behalten. Andernfalls könnte die Schaffung neuer Strukturen zu einer gewissen Verselbstständigung führen, ist man sich schnell einig.

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